AssumptionThis homily was given at the Assumption pilgrimage in Neviges. An English translation will follow. Offb 11.19-12.10: Die Lade seines Bundes wurde sichtbar. 1 Kor 15.20-27: Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. Lk 1.39-56: In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg. In der westlichen Kunst ist die Vorstellung von Mariens körperliche Aufnahme in den Himmel bedingt von dem Zeichen, das Johannes einst am Himmel sah: den Bericht davon haben wir gerade gehört. Das Bild der sternumgebenen Frau, die auf dem Mond balanciert, mit der Sonne bekleidet, ist uns vertraut aus den Gemälden vieler großen und weniger großen Künstler. Wir lieben es, Maria als ‘Himmelskönigin’ anzuflehen. Es scheint uns gut, dass sie, die Mutter des Heilands, als erste ihren Sitz im Himmel einnehmen sollte um, uns mütterlich gestimmt, auch ihren Kindern dort Plätze vorzubereiten. Wie soll das aber sein? Wie kann die menschliche Natur mit Seele und Leib, mit all ihrer existentiellen Schwere, in die absolute Transzendenz eindringen schon vor dem Ende der Welt? Dann, wenn die letzte Trompete schallt, werden ein neuer Himmel und eine neue Erde entstehen. Schöpfung and Schöpfer werden endlich, in einer uns noch nicht verständlichen Weise, eins werden. Gott, so lehrt uns die Schrift, wird ‘alles in allem’ sein. Aber jetzt? Wie kann ein menschlicher Körper, der Gicht, Bauchweh und allerlei Begierden preisgegeben ist, die Ewigkeit vor Gott überhaupt aushalten? Es ist durchaus nachvollziehbar, dass manche selbsterklärt moderne, rationalistisch angelegte Christen die Lehre der Assumptio kopfschüttelnd als frommes Märchen belächeln. Diese Lehre ist aber überhaupt kein Märchen. Sie steht für einen stringenten, biblisch fundierten Realismus, den unsere Zeit, die sich immer mehr in Virtualität verliert, dringend benötigt. Wie wir mit diesem Realismus umgehen, zeigt uns die heutige Liturgie. Ja, die Liturgie zeigt uns das Mysteriums Mariens indem sie das Bild der himmlischen Frau mit anderen Bildern aus der Schrift verbindet. Sie lädt uns ein, diese Szenen als ein Ganzes zu sehen um die damit verbundenen Geschichten symphonisch zu hören. Will man den katholischen Glauben verstehen, muss man ihn zuerst geduldig, demütig und poetisch betrachten. Der Glaube setzt ein Verständnisvermögen voraus, das zugleich intellektuell, intuitiv und sinnlich ist. Ein solches Vermögen erwirbt man im liturgischen Raum, der den Menschen ganz in Anspruch nimmt und formt. Die Liturgie lehrt uns, dass die Wahrnehmung absoluter Realität — und wenn es Gott gibt, ist Er diese Realität — nicht endgültig durch schlaue Analysen vorkommt. Das wirklich Wirkliche können wir nur durch eine persönliche Begegnung fassen, betend und staunend. Die Liturgie ermöglicht solche Begegnungen. In der Johannes-Vision erscheint das Zeichen der Frau auf einem besonderen Hintergrund: ‘Der Tempel Gottes in Himmel wurde geöffnet; die Lade seines Bundes wurde sichtbar’. Was war wieder die Bundeslade? Sie war der Kasten den Moses in der Wüste anfertigen liess damit die Tafeln der vom Finger Gottes aufgezeichneten Gebote (und später ein Stück Manna, Brot vom Himmel) darin hausen könnten. Die Tafeln standen für göttliche Präsenz in der konkreten Welt. Die Lade war ein Bild dafür, dass Ewigkeit und Zeit, Materie und Geist nicht unvereinbare Grössen sind. Die Lade wurde das Herzstück des Tabernakels in dem Gott Mose erschien Antlitz zu Antlitz. Bei diesen Treffen diente die Lade als Gottes Thron. Hauptzweck des Exodus war es, die Lade nach Kanaan zu bringen, denn das Land gehört dem Volke nicht, sondern Gott, der darin eine neue Menschheit erziehen möchte. Die Bundeslade hielt die Wasser des Jordans zurück damit Israel trockenen Fusses ins heilige Land käme; erst als die Lade in Jerusalem ihren Einzug machte wurde Davids Stadt Stadt Gottes, symbolisches Ziel der tiefsten Sehnsüchte der Söhne Adams. Genau diese Geschichte der Ankunft der Lade in Jerusalem lässt uns die Kirche zur Vorabendmesse des heutigen Festes lesen. Es wird erzählt wie David ganz Israel rief ‘um die Lade des Herrn an den Ort zu bringen, den er für sie hergerichtet hatte’. Die Lade hatte lange Zeit am Hof Obed-Edoms im Bergland von Judäa verweilt. Inmitten grossen Getümmels wurde sie nun geholt. Es wurde gesungen, getanzt und geopfert. Der Heilige kehrte in Jerusalem ein. ‘Der Herr’, rief Israel begeistert, ‘ist mit uns!’ Die Bundesladegeschichte erschliesst eine faszinierende Dimension des Tagesevangeliums. Lukas erzählt in diesem Text wie Maria, schwanger, den selben Wegen folgte wie die Bundeslade damals, zu Zeiten Davids. Eilig begab sie sich ins Bergland von Judäa um dort dem ersten objektiven Zeugnis der Gottesgegenwart in ihr zu begegnen. Johannes ‘hüpfte’ als der noch ungeborene Sohn Gottes ihm sich nährte, genau wie Judäas Gebirge vor Freude ‘hüpften’ als die Lade damals nach Jerusalem kam. Maria ist, wie die Litanei es sagt, tatsächlich Foederis arca, die neue Bundeslade. Denn in ihr hat sich Gott als Mensch anwesend gemacht. Marias Leib ist Träger göttlicher Herrlichkeit. Die Herrlichkeit tröstet uns, zehrt uns aber auch. Auf dem Tabor ertrugen Peter, Johannes und Jakob es nicht einmal, den Abglanz davon zu sehen. Der Tod hat vor dem lebendigen Gott keinen Bestand. Das Fleisch Mariens, das Gott im Fleische nährte, war vom irdischen Zyklus — ‘Staub bist du, zum Staub mußt du zurück’ — befreit. Schon war sie mit ihrem Schöpfer körperlich eins gewesen; so hatte ihr Körper am Ende ihres Lebens nichts mehr auf Erden zu tun. In Maria hat Gott die Sünde, und so die Verwesung, überwunden. Sie stellt die Norm wieder her, die gestört worden war durch die Widernatürlichkeit der Sünde. Sie öffnet wieder den Weg dem der Mensch von Anfang an hätte folgen sollen, als ihn Gott zum ewigen Leben einlud ohne des Todes Zwischenspiel. Wie die Bundeslade in Judäas Hauptstadt an den Ort ankam, den Gott für sie hergerichtet hatte, kommt Maria, Vorläuferin des ganzen Menschengeschlechtes, an den Ort ihrer und unserer Bestimmung im himmlischen Jerusalem. Die sonnengeschmückte Frau steht vollkommen logisch in Verbindung mit der Bundeslade im Himmelstempel. Sie ist die ewige Erfüllung eines zeitlichen Versprechens. An dieser Erfüllung haben wir Anteil, wenn wir, wie es in einer oft wiederholten Gebetsformel gesagt wird, der Verheißungen Christi würdig werden. Was heißt das? Erstens heißt es glauben, dass unsere Natur gut ist, sehr gut, eine Gabe, die mit Ehrfurcht zu empfangen ist, denn nicht nur die Seele, sondern auch der Leib ist für die Ewigkeit. Ich bin mein Leib, der deswegen nicht unbesonnen manipuliert werden soll. Zweitens heißt es vertrauen, dass unsere Sehnsucht nach unbegrenztem Leben, die uns manchmal furchtbar frustriert, nicht illusorisch ist; die Sehnsucht sagt uns, unsere Heimat ist im Himmel. Das irdische Dasein läßt sich nur im Licht der Ewigkeit verstehen. Drittens heißt es lernen, die Sünde, Ursache des Todes, zu hassen und sie hellsichtig zu vermeiden um ein freies, neues Leben mit Christus vereint zu führen. Maria ist unser Vorbild. Der Drache in Johannes’ Vision, der für Tod und Sünde steht, mag immer noch Unfug schaffen, ist aber endgültig besiegt. Maria ist Garant dieses Sieges; sie versichert uns, dass Gottes Kraft auch in uns siegen will, und kann. Ihre Aufnahme in den Himmel beweist was Leben eigentlich bedeutet, so dass wir auch dem leiblichen Tod entgegengehen können ohne Furcht. Das ist die Botschaft des heutigen Festes, Anlass des Jubels und des unerschütterlichen Friedens.
Maximus ConfessorThis homily was given at the monastery of Bethlehem at Marienheide. You can find an English version by scrolling down a bit. Der heilige Maximus, gestorben zehn Jahre vor der Geburt von Bonifatius, dem Apostel Deutschlands, war ein subtiler Theologe, ein Meister der Kontemplation. Leicht stellt man sich ihn vor ruhig sitzend im Elfenbeinturm, gegen den Horizont schauend. Sein Leben war aber bewegt. In seinen Dreißigern war er Sekretär des Kaisers Heraklitos. Er sah aber ein, der Kaiser navigierte schlecht auf dem aufgewühlten Meer des Kirchenstreites zum Thema des Monotheletismus. Maximus zog sich von der Politik aus und ging ins Kloster. Das wäre wohl das Ende seiner öffentlichen Karriere, wäre er weniger gewissenhaft gewesen. Maximus hegte aber die Überzeugung, dass der Monotheletismus das Wesen selbst vom christlichen Glauben drohte. Er verstand was auf dem Spiel stand – das taten die meisten Bischöfe nicht – und konnte nicht anders: er musste die rechte Lehre verteidigen. So begann ein Leben des ständigen Pilgerns im Exil. Im Osten wurde Maximus von kirchlicher Seite missbilligt. Er musste in den Westen. Er besuchte Kreta, wohnte eine Zeit in Ägypten, weilte in Nord-Afrika, kam endlich nach Rom. In den Päpsten Theodor und Martin fand er theologische Alliierte. Am lateranischen Konzil im 649, wo Maximus teilnahm, wurde der Monotheletismus verdammte, was den damaligen Kaiser, Constans II, wütend machte. Er ließ Maximus verhaften und verfügte eine fürchterliche Strafe: seine Zunge und seine rechte Hand, womit er schrieb, wurden abgeschnitten. Maximus starb am 13. Oktober 662. Warum war ihm die Frage des Monotheletismus so wichtig? Denn wenn der Sohn Gottes nur einen einzigen göttlichen Willen hat, hat er nicht den ganzen Menschen erlöst und geheiligt; dann bleibt er uns fern, und wir dürfen nicht hoffen, ihm ähnlich zu werden. Um die Integrität des Heilsplans Gottes zu verteidigen hat Maximus alles geopfert. Ein verwässertes Christentum, das sah er ein, hat der Welt nichts zu sagen. Sein Beispiel ist eine heilsame Herausforderung in Zeiten theologischer Beliebigkeit. Dazu sagt es uns Folgendes: die Grenzen zwischen Orient und Okzident waren in der alten Kirche keineswegs kategorisch. Das Bekenntnis von Maximus spricht auch von kirchlicher Einheit. Mögen wir den Weg dazu finden durch die kompromisslose Suche der Wahrheit in der Liebe. *** St Maximus, who died ten years ago or so before the birth of St Boniface, the Apostle to the Germans, was a subtle theologian, a master of contemplation. We can easily imagine him seated in an ivory tower, looking rapturously out towards the horizon. His life, meanwhile, was exceptionally turbulent. In his thirties he was secretary to the emperor Heraclitos. He was well aware that the emperor navigated poorly on the raging sea of the Monotheletist schism. Maximus withdrew from politics and became a monk. That would have been the last we heard of him, had he been a man of lesser integrity. Maximus was convinced that Monotheletism threatened the very essence of Christian life and faith. He understood the stakes involved — which is more than what most bishops did — and could do nothing else: he had do stand up for orthodoxy. Thus began a life of exile and constant travel. In the East, Maximus was despised by the Church’s establishment. He had to travel westward. He visited Crete, lived in Egypt for a while, stayed in North Africa, then eventually came to Rome. He found theological allies in the popes Theodore and Martin. At the Lateran Council of 649, in which Maximus participated, Monotheletism was condemned as heresy. This enraged the emperor, Constans II. He had Maximus put in gaol and submitted him to awful punishment. His tongue was cut out. His right hand, his writing hand, was lopped off. Maximus died on 13 August 662. Why was the issue of Monotheletism so important to Maximus that he risked, and gave, everything for it? Because if the Son of God has nothing but a single divine will, then he has not healed and hallowed all of man; then Christ remains somehow aloof from us, and we may not hope to become like him. Maximus saw clearly that a watered-down Christian creed had nothing to offer the world. His example represents a salutary challenge at times when theology abandons precision and takes cavalier liberties with the faith’s deposit. In addition his example teaches us this: in the ancient Church, the lines between ‘East’ and ‘West’ were not categorical. Maximus’s confession speaks not least of Christian unity. May we find our way to it through an uncompromising search for truth, conducted always in love.
CorrectionThis homily was given at the monastery of Bethlehem at Marienheide. You can find an English version by scrolling down a bit. Mt 18.15-20: If your brother sins against you, go and tell him his fault. Die correctio fraterna ist eine delikate Übung. Sie gehört, wie wir gerade hörten, zu den evangelischen Geboten. Es ist also keine Option, sie einfach beiseite zu lassen. Richtig ausgelebt kann sie zum Blühen einer christlichen Gemeinschaft führen. Im Kloster wollen wir alle dem selben Weg folgen, dem Weg zur Wahrheit und Freiheit im Herrn. Auf diesem Weg sind wir einer Praxis verpflichtet; ja, bei unserer Profess versprachen wir voll Freude, vor Gott und der Kirche, dieser Praxis treu zu bleiben. Wenn ich also vom rechten Weg schweife, aus Müdigkeit, Vergessenheit oder Faulheit, ist es mir hilfreich wenn ein Mitbruder mir sagt: ‘Du, gehst Du so weiter kommst Du nicht beim erwünschten Ziel an, dann irrst Du nur alleine rum im dunklen Wald.’ Die Gefahr besteht aber, dass meines Bruders Schweifen mich mehr beschäftigt als mein eigenes. Die correctio lässt sich instrumentalisieren als Ausdruck meiner relationellen Frustrationen, meiner Eifersucht oder meiner passiven Aggression. Deshalb geben uns die Väter einen verlässlichen Rat. Nachdem sie die correctio fraterna als evangelische Tugend gepriesen haben, sagen sie: ‘Sei aber vorsichtig! Prüfe zuerst Dein eigenes Herz. Findest Du dort die geringste Spur von Ärger oder Leidenschaft, sprich kein Wort zu Deinem Bruder. Denn die Wahrheit die Du sagen willst, ist nicht mit Liebe gewürzt. Sie wird deswegen nur Schaden verursachen, ihm und Dir.’ Der Rat bleibt gültig. Sei unser Wort immer ein wahres, klares, aber nie ein bitteres, hartes. *** Fraternal correction is a delicate business. As we have just heard, it is a Gospel commandment. It’s no option, therefore, simply to leave it to one side. Lived well, it can aid the flourishing of a Christian community. In the monastery, we all want to follow the same way, the way to freedom and truth in the Lord. We have obliged ourselves to follow certain practices. On the day of our profession we joyfully promised, before God and the Church, to stay faithful to these practices until death. In consequence, if I start straying from the way, whether out of fatigue, absentmindedness, or sloth, and my brother says to me, ‘Listen: if you carry on like this, you won’t reach the goal you set out to reach, you’ll get yourself lost wandering round and round out in dark woods’, then he does me a tremendous service. There’s always a risk, though, that my brother’s straying will preoccupy me more than my own. Fraternal correction can be instrumentalised as an expression of my relational frustration, my jealousy, or my passive aggression. That is why the Fathers give us a precious counsel. After praising fraternal correction as an evangelical virtue, they say: ‘Nonetheless, be careful! First, test your heart. I you find in it the least trace of anger or noxious passion, say no word to your brother. The truth you wish to express has not been salted with love. Therefore it will bring nothing but harm, first to your brother, then to you.’ That counsel remains valid. May our words always be clear and true, but never cutting and harsh.
St ClareThis homily was given at the monastery of Bethlehem at Marienheide. You can find an English version by scrolling down a bit. Die heilige Klara verschwindet leicht im Schatten des Heiligen Franziskus. So hätte sie es wohl gerne. Sie war bescheiden – aber hochbegabt. Sie hat der Kirche ein ganz persönliches Vermächtnis überlassen. Jeder weiß, wie Klara für das Privileg der Armut kämpfte, damit die Klarissen völlig von der Vorsehung Gottes leben könnten, ohne Vermögen. Man sieht darin ein Beispiel franziskanischer Askese. Zwar zurecht; aber Klaras Motivation hatte tiefere Wurzeln. Sie gründete auf eine lange Betrachtung der Menschwerdung Gottes. Die Bewusstheit dass der Herr der Engelscharen, der Schöpfer des Himmels und der Erde, sich bedingungslos, und mit vollkommener Freiheit, der Begrenzung eines einfachen menschlichen Daseins aussetzte, sich selbst hingebend bis zum Tod am Kreuze, hat Klaras Seele ihre besondere Form geschenkt. Die Armut Christi, hat sie eingesehen, hing mit seiner unergründlichen Einsamkeit zusammen, denn wer kann sich vorstellen wie allein der Sohn Gottes gewesen sein muss auf Erden, von allen missverstanden, von keinem in seines Wesens Mysterium gekannt? Klara wollte den Heiland in dieser Einsamkeit begleiten, denn dort, war sie sich sicher, ist der Ursprung jeder wahren communio. Die italienische Historikerin Chiara Frugoni hat ein schönes, gelehrtes Buch über Klara geschrieben mit dem Titel ‘Una solitudine abitata‘, ‘Eine belebte Einsamkeit’. In diesem Satz finden wir, so denke ich, den Deutungsschlüssel zu Klaras Leben und Werk. *** St Clare easily disappears in the shadow of St Francis. She wouldn’t mind, I think. She was a profoundly modest person, for being a highly gifted one. She has left the Church a heritage uniquely her own. Everyone knows how she had to battle for the privilege of poverty, so that her sisters, the Poor Clares, might live entirely on providence, amassing no capital of their own. We see in this endeavour an example of Franciscan ascesis. We do so rightly, but Clare’s motivation had deep roots. What formed her soul was consciousness of the fact that the Lord of the angelic hosts, the Creator of heaven and earth, had unconditionally, with perfect freedom, exposed himself to all the limitation of human existence, pouring himself out even unto death, death on the cross. She saw that Christ’s poverty was part and parcel of his aloneness. Indeed, who can possibly probe the extent to which the Son of God was alone, misunderstood by all, known by none in the mystery of his Being? Clare wished to keep the Redeemer company in this aloneness. Only there, she was convinced, can the source be found of true communion. The Italian historian Chiara Frugoni has written a beautiful, learned book about Clare with the title, Una solitudine abitata, ‘An Inhabited Aloneness’. I’d say we can find, in that phrase, the hermeneutic key to Clare’s life and work.
St LaurenceThis homily was given at the monastery of Bethlehem at Marienheide. You can find an English version by scrolling down a bit. Der heilige Diakon Laurentius, ein Mann spanischen Ursprungs, war ein Märtyrer der Kirche in Rom des 4. Jahrhunderts. Seine Leidensgeschichte ist bekannt. Die Kunst hat uns vertraut gemacht mit dem Grat auf dem Laurentius gebraten wurde; die Tradition berichtet vom feinen Humor mit dem er damit umging. Die Fähigkeit, selbst im Anblick des Todes innerlich heiter und frei zu bleiben, ist tatsächlich ein Zeichen der Heiligkeit; so verhält sich jemand, der die Tugend der Hoffnung einverleibt hat. Was die Kirche uns heute vor Augen hält, ist aber nich vor allem das Leiden des Laurentius, sondern seine Liebe. Die Oration lasst uns beten: ‘fac nos amare quod amavit’, ‘lass uns das lieben, was Laurentius geliebt hat’. Wir wissen, dass er die Armen sehr liebte. Als der Kaiser die Schätze der Kirche besichtigen wollte, versammelte Laurentius die armen Leute von Rom und sagte: ‘Hier ist der Kirche Schatz!’ Vor allem liebte Laurentius Christus den Herrn, dessen Beispiel der Hingabe er ebenso radikal im Sterben wie lebend folgen wollte. Cyprian von Karthago schrieb einmal: ‘Martyrem non facit poena sed causa’. Nicht das materielle Leiden, sondern die Ursache wofür man ‘Ja!’ zum Leiden sagt, macht den Märtyrer aus. Die Aussage lässt sich auf unsere Verhältnisse übertragen. Selbst die strengste Selbstversagung ist, aus christlicher Sicht, von nur neutralem Wert. Was daraus potenziell ein Zeugnis des Glaubens macht ist allein die herzliche, selbstlose, großzügige Liebe, die dahinter steckt. Lassen wir unsere Liebe von aller Selbstsucht, besonders der subtilsten, resolut reinigen damit unsere ganze Existenz, sowie unser Übergang in die Ewigkeit, ein purer Lobgesang werde des Allerhöchsten, des Quells aller Heiligkeit. *** St Laurence, a native of Spain, was a fourth-century martyr of the Church in Rome. The story of his passion is well known. Representations in art have made us familiar with the grid on which he was burnt alive; tradition speaks of the gentle humour with which he embraced his agony. It is truly a sign of holiness to remain inwardly vivacious and free in the face of death. Such is the disposition of a woman or man who has truly interiorised the virtue of hope. Yet what the Church invites us to consider today is not so much the pain Laurence suffered as the love on whose account he gave himself up to it. The collect lets us pray: ‘fac nos amare quod amavit’: ‘Let us love that which [Laurence] loved’. We know he loved the poor a great deal. When the emperor asked to see the treasures of the Church, wishing to confiscate them, Laurence rounded up the poor people of Rome and said: ‘Here is the Church’s treasure!’ Above all, Laurence loved Christ the Lord, whose example of self-giving he wished to follow as faithfully in death as he had in life. Cyprian of Carthage once wrote: ‘Martyrem non facit poena sed causa’. What makes a martyr is not material pain, but the cause for which one is prepared to embrace it. This affirmation can be applied to our own circumstances. Even the strictest mortification has, from a Christian point of view, only neutral value. What potentially makes of it a witness to faith is alone the cordial, selfless, generous love that underlies it. Let us, then, take resolute care to purify our love from all self-seeking, particularly of the subtlest kind, in order that our whole life on earth, as well as our transition into eternity, may be a pure song of praise to the Most High, the source of all holiness.
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